Glossar

Bedarf

Ein Bedarf ist etwas, das eine Person/Personengruppe in einer bestimmten Lage benötigt.

In der Gesundheitsförderung sind Bedarfe erforderliche Maßnahmen zur Verhütung eines relevanten Gesundheitsproblems. Üblicherweise wird ein „Bedarf“ anhand von Indikatoren wie z. B. der Verbreitung, der medizinischen Bedeutung (z. B. durch Einbußen an Lebenserwartung und –qualität) und der volkswirtschaftlichen Relevanz von grundsätzlich prävenierbaren Gesundheitsproblemen abgebildet.

(Vgl. Leitfaden Prävention Handlungsfelder und Kriterien nach § 20 Abs. 2 SGB V, S. 11)

Bedarfe können entsprechend (im Gegensatz zu Bedürfnissen) objektiv ermittelt werden.

Für die Prävention und Gesundheitsförderung in den Lebenswelten spielt die Bedarfsermittlung eine zentrale Rolle. Denn erst nach Ermittlung der (individuellen) Bedarfe können wirksame Maßnahmen zur Verbesserung gesundheitsrelevanter Verhältnisse und Verhaltensweisen entwickelt werden. Je genauer ermittelt wird, was beispielsweise eine Personengruppe in einer Lebenswelt benötigt, um gesünder leben zu können, umso zielgerichteter und wirtschaftlicher können Projekte oder Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung entwickelt und umgesetzt werden.

Siehe auch Bedürfnisse

Bedürfnisse

Bedürfnisse sind im Gegensatz zu Bedarfen subjektiv. Sie entsprechen den individuellen Wünschen und Ansprüchen derjenigen, für die eine Maßnahme geplant und umgesetzt wird. Während Bedarfe auch durch eine Person, die nicht Teil der Zielgruppe ist, ermittelt werden können, können Bedürfnisse nur von der Zielgruppe selbst belastbar benannt werden.

Damit eine Maßnahme in der Prävention und Gesundheitsförderung zielführend ist, müssen u. a. die Bedürfnisse der Zielgruppe ermittelt und berücksichtigt werden

Siehe auch Bedarf

Betriebliche Gesundheitsförderung

Nach § 20b SGB V ist betriebliche Gesundheits­förderung ein Beitrag zum Aufbau und zur Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen im Betrieb.

Der Arbeitsplatz beeinflusst die Gesundheit der Menschen ebenso wie Freizeitbeschäftigungen und Lebens-/Wohnbedingungen. „Daher stellt die Lebenswelt „Betrieb“ ein geeignetes Setting für die Gesundheitsförderung dar, denn im Betrieb können gesundheitliche Rahmenbedingungen gezielt beeinflusst werden.“ Mit betrieblicher Gesundheitsförderung lassen sich die positiven Gesundheitspotenziale der Arbeit stärken, Erkrankungsrisiken von Beschäftigten senken, ihre gesundheitlichen Kompetenzen verbessern sowie ihre Arbeitsfähigkeit langfristig sichern.

Es ist Aufgabe der betrieblichen Führung, den gesetzlichen Arbeitsschutz, das betriebliche Eingliederungsmanagement und die betriebliche Gesundheitsförderung innerbetrieblich systema­tisch zu institutionalisieren und miteinander zu verzahnen. Krankenkassen beraten hinsichtlich einer Verzahnung und unterstützen Betriebe bei der Etablierung von innerbetrieblichen Steue­rungsstrukturen als wesentliches Qualitätsmerk­mal betrieblicher Gesundheitsförderung.

Vgl. Leitfaden Prävention: Betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V

Informationen zu Beratungen der Krankenkassen in der betrieblichen Gesundheitsförderung erhalten Sie unter:

https://www.bgf-koordinierungsstelle.de/

Empfehlungen für die betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege erhalten Sie hier:

https://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Wegweiser/Dokumente/iga-Wegweiser_Gesundheit_fuer_Pflegekraefte.pdf?src=asp-cu&typ=pdf&cid=6317

https://www.inqa.de/DE/Informieren-Themen/Gesundheit/inhalt.html

Bewegungsförderung

Bewegungsförderung steht für gezielte Maßnahmen, die das Bewegungsverhalten von Menschen verbessern. Diese Maßnahmen können auf einzelne Personen oder ganze Personengruppen ausgerichtet sein.

Bewegungsintensität

1) Leicht-intensive körperliche Aktivität: Bewegung, die kaum als anstrengend empfunden wird. Beispiele sind Bewegung im Haushalt, Stehen oder langsames Gehen

2) Moderat-intensive körperliche Aktivität: Bewegung, die als etwas anstrengend empfunden wird, bei der man noch reden, aber nicht mehr singen kann. Dabei kommt es zu einem leichten bis mittleren Anstieg der Atemfrequenz. Beispiele sind schnelles Gehen und langsames Laufen.

3) Höher-intensive körperliche Aktivität: Bewegung, die als anstrengend empfunden wird, bei der nicht mehr durchgängig geredet werden kann. Dabei kommt es zu einem mittleren bis etwas stärkeren Anstieg der Atemfrequenz. Beispiele sind Laufen, schnelles Radfahren und Schwimmen.

Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit ist gesetzlich damit beauftragt, erwerbslose Menschen zu beraten und dabei zu unterstützen Arbeit zu finden, um so ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

https://www.arbeitsagentur.de/

Bundesrahmenempfehlungen (BRE)

Die Bundesrahmenempfehlungen zu Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten (BRE) legen Ziele und Handlungsfelder sowie Verfahrensgrundsätze für die trägerübergreifende Zusammenarbeit in der Gesundheitsförderung bundesweit fest. Sie sollen dazu beitragen, die Zusammenarbeit von gesetzlicher Kranken-, Unfall-, Renten- sowie sozialer Pflegeversicherung zu stärken. Übergreifende Ziele sind „gesund aufwachsen“, „gesund leben und arbeiten“ und „gesund im Alter“. Durch diese Orientierung am Lebenslauf sollen grundsätzlich alle Menschen mit lebensweltbezogener Prävention und Gesundheitsförderung erreicht werden. Die BRE wurden am 19. Februar 2016 durch die Nationale Präventionskonferenz verabschiedet. Am 29. August 2018 erschien die erste weiterentwickelte Fassung.

Download Bundesrahmenempfehlungen der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) ( PDF-Datei: 524 KB )

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Seit ihrer Gründung im Juli 1967 nimmt sie für den Bund Aufgaben der Prävention und Gesundheitsförderung wahr. Als Fachbehörde für Prävention und Gesundheitsförderung entwickelt sie Strategien und setzt sie in Kampagnen, Programmen und Projekten um.

www.bzga.de

Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“ (bis 2019 „Soziale Stadt“)

Das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ ist ein Städtebauförderungsprogramm, das vom Bund unterstützt wird. Ziel ist die Behebung komplexer städtebaulicher, funktionaler wie auch sozioökonomischer Missstände sowie die Stabilisierung und Aufwertung von Lebensbedingungen und Lebensqualität aller Bewohnerinnen und Bewohner. Hierüber soll mehr Nutzungsvielfalt, Generationengerechtigkeit und Familienfreundlichkeit erreicht werden. Ferner stehen die Erhöhung von Bildungschancen und Integration, die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie auch die Umweltgerechtigkeit und die Sicherheit vor Ort im Fokus. Hierfür wird in das Wohnumfeld, die Infrastruktur sowie die Wohnqualität investiert.

Der Bund finanziert grundsätzlich ein Drittel der förderfähigen Kosten. Die weiteren zwei Drittel werden in der Regel zu gleichen Teilen von Ländern und Kommunen getragen.

Das Gesunde Städte-Netzwerk

Das Gesunde Städte-Netzwerk ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kommunen auf der Basis der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der WHO. Vor diesem Hintergrund soll vorrangig die Arbeit in der jeweiligen Kommune unterstützt werden. Hierfür spricht das Netzwerk u. a. Mitarbeiter/-innen der Gesundheits-, Sozial- und Umweltämter an oder auch Gesundheitsinitiativen und Selbsthilfegruppen.

Um als Kommune am Gesunde Städte-Netzwerk teilzunehmen, müssen neun festgelegte Kriterien im Sinne einer Selbstverpflichtung verbindlich angenommen und umgesetzt werden.

Erfahren Sie mehr: http://www.gesunde-staedte-netzwerk.de/